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Kurz gesagt: Es gibt zwei verschiedene Beta-Glucane. Sie heißen gleich, funktionieren allerdings unterschiedlich – und genau das führt oft zu Verwirrung.
In diesem Artikel geht es ausschließlich um die Hefe-Form – um 1,3/1,6-Beta-D-Glucan aus der Zellwand von Saccharomyces cerevisiae. Was macht dieses Polysaccharid so besonders? Welche Tradition steckt hinter den natürlichen Quellen, in denen es vorkommt? Und warum ist die genaue molekulare Bindungsstruktur so entscheidend? Darum geht es in diesem Beitrag – klar, sachlich und mit einer deutlichen Abgrenzung zur Hafer-Form.
Beta-Glucan aus Hefe
Hafer-Beta-Glucan (1,3/1,4) – andere Struktur, andere Forschungslage
1,3/1,6-Beta-D-Glucan (Polysaccharid)
Heilpilze: Shiitake, Reishi, Maitake, Chaga
1,3/1,6 – stark verzweigt (wichtiges Qualitätsmerkmal)
Kein zugelassener Health Claim für Hefe-Beta-Glucan (1,3/1,6) gemäß VO (EU) Nr. 432/2012
Zellwand von Saccharomyces cerevisiae (Bäckerhefe)
Starkholt+
Beide heißen Beta-Glucan – aber sie sind strukturell verschieden. Der entscheidende Unterschied liegt in der Bindungsstruktur: Hafer-Beta-Glucan hat eine 1,3/1,4-Bindung und bildet eine eher lineare Kettenstruktur. Hefe-Beta-Glucan dagegen hat eine 1,3/1,6-Bindung – das bedeutet stärkere Verzweigungen und eine komplexere dreidimensionale Struktur.
Die Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae gehört zu den ältesten Kulturorganismen der Menschheit. Seit mindestens 5.000 Jahren wird sie zum Brotbacken und Brauen genutzt – ohne dass jemand wusste, was in ihrer Zellwand steckt. Erst im 20. Jahrhundert begannen Wissenschaftler, die Zellwand der Hefe systematisch zu untersuchen.
Was sie fanden: Die Zellwand von Saccharomyces cerevisiae besteht zu einem erheblichen Teil aus 1,3/1,6-Beta-D-Glucan – denselben Polysacchariden, die auch in den Zellwänden von Heilpilzen vorkommen.

Das 1,3/1,6-Beta-Glucan, das heute aus Hefe gewonnen wird, findet sich in der Natur vor allem in einem anderen Träger: Heilpilzen. Shiitake (Lentinula edodes), Reishi (Ganoderma lucidum) und Maitake (Grifola frondosa) – drei Pilze, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin seit Jahrtausenden eine zentrale Rolle spielen – sind reich an 1,3/1,6-Beta-Glucanen.
Der Reishi-Pilz, auf Chinesisch „Lingzhi“, wird in der TCM seit über 2.000 Jahren als einer der wichtigsten Heilpilze betrachtet. Er wurde in alten Texten als „Pilz der Unsterblichkeit“ bezeichnet und war lange Zeit Kaisern und dem Hofadel vorbehalten. Shiitake ist in Japan und China seit mindestens 1.000 Jahren kultiviert und gilt in der TCM als stärkend für das Qi und ausgleichend für den Magen-Milz-Meridian.

In der europäischen Volksmedizin spielten Pilze eine ambivalente Rolle: Einerseits geschätzt als nahrhafte Wildkost, andererseits mit Vorsicht betrachtet wegen der Verwechslungsgefahr. Der Chaga-Pilz (Inonotus obliquus), ein schwarzer Baumpilz der auf Birken wächst, wurde in der sibirischen und nordeuropäischen Volksmedizin als „Geschenk Gottes“ bezeichnet.
In Russland und Skandinavien wurde Chaga-Tee traditionell als Stärkungsmittel getrunken – der Pilz enthält, wie seine asiatischen Verwandten, 1,3/1,6-Beta-Glucane in seiner Zellwand.

Die Wissenschaft hat Beta-Glucane seit den 1940er Jahren intensiv untersucht. Dabei wurde schnell klar, dass die molekulare Bindungsstruktur entscheidend für die Eigenschaften der jeweiligen Beta-Glucan-Form ist.
Hefe-Beta-Glucan (1,3/1,6) hat eine stark verzweigte, dreidimensionale Struktur. Durch diese Verzweigungen entsteht eine Oberfläche, die von Zellen des Immunsystems erkannt werden kann – ein Mechanismus, der über spezifische Rezeptoren (sogenannte Dectin-1-Rezeptoren auf Makrophagen) verläuft. Diese Rezeptoren wurden erst in den letzten zwei Jahrzehnten identifiziert und sind Gegenstand aktiver Forschung weltweit.
Wichtig zur Einordnung: Der EU Health Claim für Beta-Glucan gilt für die Hafer-Form (1,3/1,4) – nicht für Hefe-Beta-Glucan (1,3/1,6). Das Max Rubner-Institut gibt darüber sachlich Auskunft. Für Hefe-Beta-Glucan laufen eigenständige Forschungslinien, die von der Hafer-Forschung klar zu trennen sind.
Das Wichtigste auf einen Blick
✓ 1,3/1,6-Beta-D-Glucan aus Hefe ≠ Hafer-Beta-Glucan (1,3/1,4) – strukturell verschieden
✓ Quelle: Zellwand von Saccharomyces cerevisiae (Bäckerhefe)
✓ Natürliche Vorbilder: Heilpilze der TCM (Reishi, Shiitake, Maitake, Chaga)
✓ Stark verzweigte 1,3/1,6-Bindungsstruktur – Gegenstand aktiver Forschung
✓ Kein zugelassener EFSA Health Claim für Hefe-Beta-Glucan (1,3/1,6)
Hinweis:
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Empfehlung dar. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an eine Fachkraft deines Vertrauens.
Für Hefe-Beta-Glucan (1,3/1,6-Beta-D-Glucan aus Saccharomyces cerevisiae) sind derzeit keine gesundheitsbezogenen Aussagen (Health Claims) gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zugelassen.
Achte beim Kauf auf die genaue Herkunft: Hefe-Beta-Glucan (1,3/1,6) und Hafer-Beta-Glucan (1,3/1,4) sind strukturell verschieden. Im Zweifelsfall auf die Produktdeklaration achten.
Bewusst haben wir die Hefe-Form des Beta-Glucans gewählt – nicht die Hafer-Form. Der Grund: Die 1,3/1,6-Bindungsstruktur aus Hefe entspricht der Beta-Glucan-Form, die auch in traditionellen Heilpilzen wie Shiitake und Reishi vorkommt, und wird von der Wissenschaft intensiv untersucht.
Starkholt+ kombiniert 280 mg 1,3/1,6-Beta-D-Glucan aus Saccharomyces cerevisiae mit zellwandgebrochener Chlorella pyrenoidosa. Geprüfte Qualität nach HACCP-Standard – seit 2008 in unserer EU-Produktionsstätte entwickelt.
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